Hulla di Bulla

Di 11. Dezember 2018 20:00 - Theater Neumarkt

Von Franz Arnold und Ernst Bach

Eine Verwechslungskomödie! … aber was hier verwechselt wird ist nicht die Ehefrau mit der Geliebten, sondern Fakten mit Fake oder genauer gesagt Fake mit Fake. Unversehens befinden wir uns nicht mehr auf dem lustigen Tanzboden der Goldenen Zwanziger, sondern auf dem stürmisch schwankenden, unsicheren Parkett aktueller Realität. Eine Stadt (Berlin) fiebert dem Staatsbesuch eines märchenhaften Perserkönigs entgegen, die demokratiemüde, ausgehungerte Menge bebt vor Neugier und Sehnsucht nach einem echten starken Mann, den es in Wirklichkeit (nach 1918) natürlich nicht mehr gibt, Fiktion Nr. 1 also. Einquartiert werden der neue Lord und seine Leute in ein leerstehendes Palais aus Kaisers Zeiten. Allerdings ist dies unter der Hand bereits vermietet – an eine Filmproduktion. Die Statisten scharren mit den Füssen. Fiktion 2 wird gedreht, ein Film über die Revolution. Die Spieler treffen auf die Delegation des exotischen Königreichs, die logisch auch ein Schwindel ist bzw. nur Fassade für ziemlich luftige Geschäfte. Fiktion 3. Mit dabei sind eine wirklich schlaue, sprachkundige Frau und ein rechter Schlaumeier zweifelhafter Güte, der die Gunst der Stunde nutzt. Denn auch mit der Vervielfachung der Vorspiegelungen lässt sich echtes Geld verdienen bzw. der Profit liegt auf der Strasse und der frühe Vogel fängt den Wurm. Da darf ruhig am Schluss ein Statist die ganze Sache auffliegen lassen. Aber das ist dann wirklich nur Fiktion, die 4.
Das Autorenduo Arnold und Bach war eines der erfolgreichsten der Weimarer Republik und ihre Klassiker wurden auch in der Nachkriegszeit post 45 mit hoher Frequenz weiter gespielt und verwertet. Am bekanntesten sind Die spanische Fliege, Der wahre Jakob, Die schwebende Jungfrau und – vor allem in der Verfilmung – Weekend im Paradies.

 

Im Anschluss an das Stück wird es ein Nachgespräch geben.


Weitere Informationen gibt hier auf der Website des Veranstallters